„Wie unkonventionelle Ideen wie die Social Media Art Gallery ein Hotel aufwerten können und warum trotz aller Digitalisierung kein Weg an der analogen Welt vorbeiführt.“

Anna Kristina Stoffel ist die GrĂĽnderin der weltweit ersten Social Media Art Gallery. Damit wagt sie einen Schritt, der nur auf den ersten Blick widersinnig wirkt: Sie stellt Werke von KĂĽnstlern aus, die bis dahin nur im Internet zu sehen waren.

Damit bietet sie der Online-Kunst eine Plattform in der analogen Welt. Sie schafft einen Raum, in dem sich Interessierte dauerhaft und intensiv mit Kunst befassen, die sonst auf Instagram, Pinterest oder Facebook zu sehen ist.

Im 25hours Hotel in der Hamburger Hafencity hat sie erstmals dauerhaften Standort für ihre Galerie gefunden. Außerdem reist sie mit ihrem Pop-up-Konzept um die Welt und präsentiert die Werke ihrer Künstler. Mit Blick auf die Hotellandschaft empfiehlt sie: Wagt es bunt!

 

 

Vom Instagram-Feed in die Social Media Art Gallery.

Manhattan steht auf dem Kopf und ein Mensch fällt herab oder fliegt hinauf, je nach Perspektive. Kunstvoll bringt das Bild einzelne Fotografien zusammen und schafft so mehreren Ebenen, die artistisch verbunden sind. Ein Werk, das ins Auge fällt, wenn man durch die Social Media Art Gallery von Anna Kristina Stoffel schreitet.

Das Bild stammt von der Berliner Künstlerin June Lawrence, ihr Instagram-Handle lautet @cinaavox, und gehört zu den ersten Fotografien, die Stoffel in ihrer Galerie ausstellte. Alle Drucke an den Wänden haben eines gemeinsam: Sie waren anfangs nur im Internet zu sehen und haben durch Stoffels Initiative ihren Weg in die Offline-Welt gefunden.

 

Ein Schritt zurĂĽck, der keiner ist.

Spricht man mit der Galeristin ĂĽber ihr Konzept, wird schnell klar, dass sie sich dieser WidersprĂĽchlichkeit bewusst ist. Wieso etwas, das jeder im Internet innerhalb von Sekunden finden kann, ausdrucken und in das klassische Format einer Galerie bringen?

„Niemand kann heute auf Social Media verzichten“, sagt Stoffel. Aber: „Wir brauchen auch mal eine Auszeit, besonders unsere Augen.“ Deshalb sucht die Hamburgerin nach Künstlern, die bereit für den nächsten Schritt sind, die „Rückwärtsentwicklung von Online zu Offline.“

Denn trotz aller dauerhaften Verfügbarkeit von Social Media Art ist damit auch ein Problem für Kunstfans verbunden: Niemand kann die Bilder kaufen und sich an die Wand hängen.

 

„Keiner kann auf Social Media verzichten, aber wir brauchen alle mal eine Auszeit.“

 

 

Ein zeitgemäßes Konzept für moderne Hotels.

Dieses Problem löst Stoffel mit ihrer Social Media Art Gallery im Design-Hotel 25hours im schicken Hamburger Neubau-Stadtteil Hafencity. In einem Eventraum des Hauses stellt sie die Werke ihrer Künstler aus, veranstaltet Events und trägt so gleichsam zum individuellen Charakter des Hauses bei.

Hochwertig gedruckt und in limitierten Stückzahlen können nun Fans der ausgestellten Online-Künstler die Werke erwerben und sich so permanent ein Stück Social Media Art sichern. Preislich bewegen sich die Ausstellungsstücke zwischen 200 und 2000 Euro.

 

Social Media Art reist um die ganze Welt.

Die Idee für die Galerie kam Stoffel auch deshalb, weil sie selbst begeisterte Hobby-Fotografin ist. Schon als Kind fotografierte sie, noch ganz ohne digitale Möglichkeiten zur Bildbearbeitung. Schon 2010 nutzte sie die damals noch unbekannte Bild-Plattform Instagram: „Da gab es noch keine Hashtag-Kultur.“

Mit ihrer Social Media Art Gallery hat sie mehrere ihrer Leidenschaften zum Beruf gemacht. Einerseits umgibt Stoffel sich mit Fotografie und fördert Nachwuchs-Künstler in ihrem Schaffen. Andererseits ist ihre Galerie nicht ausschließlich an einen Ort gebunden.

 

Mehr als nur eine Galerie.

Seit ihrer ersten Ausstellung im Mai 2018 reist sie mit einem Pop-up-Konzept um die Welt und präsentiert die Werke ihrer Künstler einem internationalen Publikum. So war die Social Media Art Gallery bereits in Johannesburg, New York City und Stockholm zu sehen.

Sie wünscht sich keine normale Galerie, sondern „eine Event-Plattform, auf der Menschen und Kunst zusammentreffen“, sagt sie. In ihrer Heimatstadt Hamburg hat sie deshalb einen internationalen Ort gesucht, der sich künstlerisch nutzen lässt. Schnell war klar, was sie wollte: Ein Hotel, das eine stilvolle, abwechslungsreiche Einrichtung sucht.

 

 

Fotos von Feuerwehrmann Rusty Wiles, USA, in der Social Media Art Gallery.

 

Den Bezug zum Ausstellungsort herstellen.

Bei aller Internationalität legt Stoffel besonderen Wert auf die lokale Verbundenheit des Hotels zu seinem Standort. Gäste suchten schließlich immer nach interessanten Merkmalen der Orte, die sich besuchen, ist sie sich sicher. Deshalb arbeitet sie an allen Ausstellungsorten mit Künstlern vor Ort zusammen.

In Hamburg stellt sie die Bilder des kroatischen Brüderpaars „Brotherside“ aus, die sich auf Stadt- und Architekturfotografie spezialisiert haben. Das Hamburger Lagerhausviertel Speicherstadt oder das altehrwürdige Chilehaus sind einige ihrer beliebten Motive.

 

Vom Feuerwehrmann zum Profi-Fotografen.

Einen Großteil ihrer Künstler findet Stoffel über Instagram und kontaktiert sie direkt über die Plattform. Doch auch klassische Print-Magazine geben Hinweise auf neue Köpfe im Feld der Social Media Art. Ein besonderer Fall, der den besonders leichten Zugang zu Online-Kunst verdeutlicht, ist zum Beispiel der amerikanische Instagram-Fotograf Rusty Wiles (@rustyfd912).

Der Feuerwehrmann aus Florida begann vor einigen Jahren damit, nach seinen 24-Stunden-Schichten Motive am StraĂźenrand zu fotografieren und schaffte sich schnell eine kleine Fan-Gemeinde. Inzwischen folgen knapp 50.000 Menschen ihm und bewundern seine ausgesprochen bunten, intensiven Fotografien.

Stoffel musste ganze Arbeit leisten, um den Hobby-Fotografen zu überzeugen. Doch zur ersten Ausstellung seiner Werke in Hamburg kamen tatsächlich einige Fans gezielt angereist, nur um die Bilder zu sehen. In New York konnte sie sogar ein Meet-and-Great veranstalten, bei dem Freunde seiner Bilder den Online-Künstler treffen konnten.

 

 

Stadtporträts von Hamburg der Fotobrüder Brotherside in der Social Media Art Gallery.

 

Gedruckt und aufgehängt: Social Media Art

Mit Online-Kunst Potenzial fĂĽr ein echtes Alleinstellungsmerkmal schaffen.

Die Hamburgerin empfiehlt sich mit ihrer Galerie für Hoteliers, die ihren Gästen Abwechslung und neue Eindrücke bieten wollen. Auch abseits von Veranstaltungsräumen, zum Beispiel in Restaurants oder Hotelzimmern, sieht sie ihre Kunst als Möglichkeit zur Hotelharmonisierung. Eine entsprechende Pop-up-Galerie, die Anna Stoffel in ein paar Wochen inszenieren könnte, sorgt für zusätzlichen Wirbel mit Eventcharakter, was dem Gästestrom und einem trendigen Image des Hauses zu Gute kommt.

„Ich bringe Social Media Art auf eine reale Wand und zeige, dass es auch außerhalb der Online-Welt bunt sein kann“, fasst Stoffel ihre Alleinstellungsmerkmale zusammen. Gerade auf Reisen wollten Gästen kurz Abstand von der rasenden Digitalwelt und sich einen Moment Zeit für Kunst nehmen – an der Wand, gedruckt, eben ganz klassisch.

Wann haben Sie zum letzten Mal über neue Bilder an ihren Wänden nachgedacht? Haben Sie den Mut, Ihren Gästen unkonventionelle Ideen zu präsentieren? Sie werden es Ihnen danken.

 

Sie haben nichts zu verlieren. Sie können nur gewinnen.

 

Ihre

 

P.S.:
Wir freuen uns, dass es die Gleichstellungsdebatte gibt und wir Frauen immer öfter vorne mitgehen. Gleichwohl schreiben wir der Einfachheit halber wie aus Überzeugung, dass es kein „MitarbeiterInnen“ braucht, um weibliche Stärke zu zeigen, unsere Artikel und Beiträge im gendernonkonformen Stil. Damit möchten wir niemanden abwerten. Im Gegenteil. Besten Dank für Ihr Verständnis.

Mehr zur Social Media Art Gallery finden Sie hier:

www.socialmedia-artgallery.com

 

Gleich reinhören in den Podcast mit Social Media Art Galeristin Anna Stoffel:

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